Michael Beleites - Positionen - Migration & Beheimatung: Identitäten respektieren

Michael Beleites

ökologisch denken & handeln



Positionen

Quergedacht - Positionen zum Zeitgeschehen

Migration & Beheimatung: Identitäten respektieren

Unter dem Stichwort „Demographie“ wird im heutigen Europa vor einer Überalterung der Bevölkerung und deren wirtschaftlichen und sozialen Folgen gewarnt. Im Kern geht es darum, dass infolge von jahrelang rückläufigen Geburtenraten immer weniger jüngere Menschen die Renten für immer mehr ältere Menschen erwirtschaften müssen. Viele Politiker meinen, nur durch eine offensive Einwanderungspolitik dieses Problem lösen zu können. Diese Auffassung resultiert aber aus einer beschränkten, provinziellen Perspektive.
Im globalen Maßstab stellt sich das „demographische Problem“ in umgekehrter Weise dar: Die begrenzten Ressourcen und der begrenzte Lebensraum stehen dem Einzelnen immer weniger zur Verfügung, weil die Zahl der Einzelnen rapide zunimmt. Für die meisten Länder dieser Welt geht es um Geburtenkontrolle, um Ein-Kind-Politik und ähnliches. Die entsprechenden Anstrengungen der Entwicklungs- und Schwellenländer liegen nicht allein in deren Interesse, sondern im Interesse der gesamten Menschheit, also auch der entwickelten Länder. Jede erfolgreiche Geburtenbegrenzung ist zwangsläufig mit einer vorübergehenden Überalterung der Bevölkerungspyramide verbunden. Wie sollen wir von den armen Ländern dieser Welt erwarten, einen solchen Weg einzuschlagen, wenn wir in den reichen Ländern nicht Modelle entwickeln, wie die Gesellschaft mit einer vorübergehenden Überalterung leben kann? Wir dürfen die Bevölkerungspolitik nicht an Renten und kurzfristigen egoistischen Zielen orientieren! Wir in Mitteleuropa sollten wirtschaftlich und kulturell dazu in der Lage sein, Wege für einen zivilisierten Umgang mit einer vorübergehenden Überalterung der Gesellschaft zu bahnen, die letztlich auch für ärmere Länder gangbar sind. Wenn wir das nicht tun, sondern die Elite aus den Entwicklungsländern abziehen, um unsere Rentenkassen aufzufüllen, dann wird die Politik der Geburtenkontrolle auch dort scheitern, bzw. aufgegeben. [...]
Wir sollten uns dafür einsetzen, dass die Menschen in ihrer Herkunftsregion eine Perspektive haben. [...] Jeder Mensch und jedes Volk hat Anspruch auf eine Zukunft in seiner eigenen angestammten Region. Weil der gegenwärtige Migrantenansturm auf Europa auch ein Echo auf die europäische Kolonialgeschichte ist, hat Europa hier eine besondere Verantwortung.
Michael Beleites (2014): Umweltresonanz. Grundzüge einer organismischen Biologie. S. 602ff.

Heute sind wir im „Westen“ und die dreckigen Vorstufen des westlichen Wohlstandes liegen in unseren Tagen nicht in Leuna, Espenhain und Bitterfeld, sondern in China, Südostasien, Afrika und Südamerika. Wenn nun Menschen von dort nach Mittel- und Westeuropa strömen, so müssen wir ihnen helfen. Der wirksamste und nachhaltigste Beitrag zur Lösung dieser Krise wäre der, dass wir endlich damit aufhören, um unseres Wohlstandes willen, weite Teile der restlichen Welt unbewohnbar zu machen. Wir sollten daher nun auch auf der ökologischen Ebene moralische Wertmaßstäbe einfordern: Z. B. den, eine Einfuhr von Gütern nur dann zu erlauben, wenn für ihre Gewinnung bzw. Herstellung im Ausland die dortige Umwelt nicht über das dazu im Inland erlaubte Maß hinaus geschädigt wurde.
Michael Beleites (2016): Dicke Luft. Die unabhängige Umweltbewegung in der DDR. S. 239.

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