Michael Beleites - Positionen - Energie & Landschaft: Das Ethische im Ästhetischen

Michael Beleites

ökologisch denken & handeln



Positionen

Quergedacht - Positionen zum Zeitgeschehen

Energie & Landschaft: Das Ethische im Ästhetischen

Auch das sogenannte „nachhaltige“ Wirtschaftswachstum entpuppt sich als eine Illusion. Dass sich unter der Rahmenbedingung wachsenden Energieverbrauchs auch die Gewinnung erneuerbarer Energien in ein Naturzerstörungsprojekt verwandelt, können wir am Beispiel von Windparks, Stromtrassen sowie an den pestizidgeschwängerten Raps- und Mais-Monokulturen beobachten.
Michael Beleites (2016): Land-Wende. Raus aus der Wettbewerbsfalle. S. 17.

Wir sollten uns vielmehr darum kümmern, wie man Kinder so mit Natur in Kontakt bringen kann, dass sie sich berühren lassen und ein − intuitiv − positives Naturgefühl ausbilden. Eines, mit dem sie später auch in ihrer Erinnerung in Resonanz treten können − dass sie dann über Resonanz durch die Natur berührbar macht. Reinhard Falter (2003) schreibt hierzu: „Wer die Schönheit und Größe der Natur nicht mehr unverstellt empfinden und preisen kann (sei es, weil deren objektive Grundlage oder die persönliche Empfindungsgrundlage zerstört ist), ist kein Mensch im traditionellen Sinn des Wortes mehr, demnach Mensch ist, wer das Gegenüber der Unsterblichen aushält“. Und: „Es geht bei einer generationenübergreifenden Ethik nicht nur darum, ihnen Rohstoffe übrig zu lassen, sondern auch Landschaft, als Stoff, an dem ich meine Seele übe (Humboldt).“
Michael Beleites (2016): Kampf oder Dasein. Umweltresonanz statt Wettbewerb. Manuskript. S. 210.

Neben dem unbestreitbaren Zusammenhang zwischen Ästhetischem und Ethischem geht es hier aber auch um die (meist unbewusste) Orientierung an dem Natürlichen − die Voraussetzung für wahre Freiheit ist. In derselben Weise, wie ein Zugvogel, der den Sternenhimmel nicht erkennt und die natürlichen Magnetfelder nicht wahrnehmen kann, nicht wirklich frei ist − ist auch der Mensch nicht frei, der Natur weder direkt noch indirekt wahrnehmen kann. Zur Freiheit gehört die Möglichkeit zur Orientierung. Wenn auch der moderne Mensch die Natur kaum noch direkt wahrnimmt, sollte man nicht glauben, dass die indirekte Naturwahrnehmung ohne Wirkung wäre. Jeder weiß, dass ein/zwei Wochen Urlaub außerhalb der Stadt deutlich mehr zur Regeneration der eigenen Kräfte beitragen, als wenn man sich dieselbe Zeit in der Stadt ausruht. Es geht hier nicht nur um Ruhe von etwas (das Rauschen der Wellen am Meeresstrand ist ja nicht leiser als das Rauschen der Stadtautobahn), sondern um Ruhe zu etwas, nämlich zu Naturerfahrung − auch wenn diese nur eine indirekte ist.
Michael Beleites (2014): Umweltresonanz. Grundzüge einer organismischen Biologie. S. 595.

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